08.03.2011
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Zahlen, die man(n)/frau einmal gelesen haben sollte
  • 6,92 Milliarden Menschen leben auf der Erde, 158 Menschen kommen pro Minute (netto) dazu, pro Sekunde sind es 2,6 Menschen.
  • 2,4 Milliarden Menschen leben allein in Indien und China.
  • Rund 50% der Menschen leben in Städten. Im Jahr 1950 gab es 86 Städte mit einer Einwohnerzahl von mehr als einer Million. Heute sind es bereits über 400 Städte. Im Jahr 2015 wird es weltweit mindestens 550 Millionenstädte geben.
  • Eine Milliarde Menschen leben in Slums. Diese Zahl wird sich bis 2030 ungefähr verdoppeln.
  • Mehr als 2,6 Milliarden Menschen fehlt es an grundlegenden sanitären Einrichtungen. Über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.
  • 39 Millionen Menschen sind mit Aids infiziert, 38 Millionen sind bisher an der Immunschwächekrankheit gestorben.
  • Das Weltbruttosozialprodukt liegt bei 41 Billionen US-Dollar. An den Finanzmärkten zirkuliert ein Kapital von geschätzten 120 Billionen US-Dollar. Knapp 80 Billionen US-Dollar sind somit durch die Realwirtschaft nicht gedeckt.
  • 925 Millionen Menschen leiden Hunger.
  • An den direkten und indirekten Folgen des Hungers sterben jeden Tag 100000 Menschen. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter 5 Jahren.
  • Die Erde kann nach derzeitigem Stand der Technik 12 Milliarden Menschen ernähren.
  • 1,1 Milliarden Menschen haben nach Weltbank-Angaben weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung. 2,5 Milliarden Menschen haben weniger als 2 US-Dollar pro Tag zur Verfügung.
  • Die Gesamtschuld der 3. Welt beläuft sich auf 2,43 Billionen US-Dollar. Die Industrieländer leisteten zwischen 1995 und 2004 durchschnittlichsjährliche Entwicklungshilfe in Höhe von 58 Milliarden Dollar. Im gleichen Zeitraum betrug der Zinsendienst der 3. Welt pro Jahr im Durchschnitt 87 Milliarden US-Dollar.
  • Die Beseitigung von Hunger und Unterernährung würde pro Jahr 21 Milliarden US-Dollar kosten, zur Verwirklichung der UN-Milleniumsziele müssten bis 2010 152 Milliarden US-Dollar pro Jahr und bis zum Jahr 2015 195 Milliarden US-Dollar pro Jahr ausgegeben werden.
  • Das ordentliche Budget der Vereinten Nationen belief sich 2008 auf 2,1 Milliarden US-Dollar.
  • Die globalen Ausgaben für Make-up belaufen sich auf 17 Milliarden US-Dollar pro Jahr.
  • Die USA und die EU geben pro Jahr 279 Milliarden Dollar für Landwirtschaftssubventionen aus.
  • Die weltweiten Militärausgaben lagen 2009 bei 1,53 Billionen US-Dollar. Auf die USA entfielen 661 Mrd. US-Dollar (Anteil 43%).
  • Global sind die Militärausgaben um 49% in den letzten zehn Jahren gestiegen.
  • Die USA erhöhten ihre Militärausgaben um 65% gegenüber dem Jahr 2000.
  • Die Besatzung Afghanistans und des Irak kostet den USA jeden Monat 16 Milliarden US-Dollar.
  • Die USA und Kanada, wo nur rund 5% der Weltbevölkerung leben, sind für fast ein Drittel (31,5%) der weltweiten Konsumausgaben verantwortlich. Westeuropa mit 6,4% der Weltbevölkerung kommt für 29% der Ausgaben auf. Damit liegen 60% der weltweiten Konsumausgaben in der Hand von 11,5% der Weltbevölkerung.
  • Weltweit setzt sich das reichste eine Prozent der Menschheit aus 37 Millionen Erwachsenen zusammen, die pro Person mindestens 515000 Dollar ihr Eigen nennen (Besitztümer, Firmenanteile, Barmittel etc.). Sie alle zusammen besitzen damit 40% des Reichtums der Erde - insgesamt 125 Billionen Dollar. Die reichsten 10% besitzen 85% des Reichtums, während am anderen Ende der Skala die Hälfte der Weltbevölkerung mit nur 1,1% des globalen Reichtums Vorlieb nehmen darf.
  • Die Schere zwischen den Einkommen im reichsten Fünftel der Erde zu denen im ärmsten Fünftel der Erde ging von 1960 (30:1) bis 1999 (74:1) deutlich auf und dürfte heute bei einem Verhältnis von mehr als 80:1 liegen.
  • Der globale Ausstoß von Kohlendioxid stieg jährlich zwischen dem Jahr 1990 und dem Jahr 2008 um 41 Prozent.
  • Bis zum Jahr 2100 droht der Hälfte der Weltbevölkerung eine mangelhafte Versorgung mit Nahrungsmitteln durch drastische klimawandelbedingte Ernteausfälle.
  • Die Industriestaaten verbrennen an einem einzigen Tag eine Menge von Kohle, Gas und Öl, für deren Herstellung die Erde 500000 Tage gebraucht hat.
  • Der Weltenergiebedarf wächst kontinuierlich. Seit dem Jahr 1970 hat sich der Weltenergiebedarf verdoppelt. Schätzungen der Internationalen Energieagentur sind wenig optimistisch. Sie gehen davon aus, dass sich der Weltenergiebedarf bei einem »Business-as-usual« noch einmal bis zum Jahr 2030 verdoppeln wird.
  • Im Jahr 2009 verbrauchte die Welt 84,9 Millionen Barrel Öl pro Tag. Das entspricht dem Volumen von 5,22 Cheops-Pyramiden.
  • Vor 40 Jahren verbrauchte die Menschheit nur 70% von dem, was die Erde wieder herstellen konnte. Im Laufe der Jahre hat sich dieses Verhältnis zuungunsten der Umwelt verändert. Heute übersteigt der Verbrauch der Menschheit an natürlichen Ressourcen die Regenerationskapazität der Erde um 50%.
  • 25% der Weltbevölkerung leben in der nördlichen Hemisphäre. Sie verbrauchen mehr als 70% der gesamten Weltenergiereserven, verzehren mehr als 60% der weltweit erzeugten Nahrung und verbrauchen mehr als 85% der Holzerzeugnisse.
  • Die Wüsten wachsen täglich um 30000 Hektar. Die Bodenerosion schreitet voran. Jedes Jahr verliert der Planet etwa 12 Millionen weitere Hektar fruchtbaren Bodens, was in etwa der gesamten Ackerfläche Deutschlands entspricht. Damit geht die ökologische Grundlage für die Produktion von 20 Millionen Tonnen Getreide verloren.
  • Alle zwei Sekunden verschwindet ein Stück Regenwald von der Größe eines Fußballfeldes. Die bewaldeten Flächen der Erde sind im 20. Jahrhundert von 5 Milliarden Hektar auf 3,9 Milliarden Hektar zurückgegangen.
  • Pro Tag verliert die Welt unwiederbringlich etwa 130 Tier- und Pflanzenarten. (Manche Forscher setzen diesen Wert bei 200 Tier- und Pflanzenarten an, die täglich aussterben.)
  • Aktuell sind 12 Prozent aller Vogelarten, 23 Prozent aller Säugetierarten und 46 Prozent aller Fischarten vom Aussterben bedroht. Wir befinden uns im Frühstadium der sechsten großen Welle des Artensterbens, Arten sterben heute 100-mal schneller aus, als es die Evolution vorgibt.
  • WWF-Erhebungen zufolge hat die Artenvielfalt zwischen 1970 und 2005 um 27 Prozent abgenommen.
  • Etwa 115 Millionen Tiere sterben jedes Jahr im Rahmen von Tierversuchen in den Labors der chemischen oder pharmazeutischen Industrie, der Hochschulen und anderer Forschungsinstitute.
  • Die Zahl der Klima-Migranten schätzt man gegenwärtig auf 50 Millionen Menschen. Für das Jahr 2050 werden konservativen Schätzungen zufolge 200 bis 300 Millionen Menschen durch den Klimawandel gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen.
  • Jedes Jahr werden weltweit 225 Millionen Tonnen Plastik produziert. 18000 Plastikteile finden sich durchschnittlich in jedem Quadratkilometer Ozean.
  • Die Erde zählt ein Gesamtarsenal von etwa 22400 nuklearen Sprengköpfen, von denen mehr als 10000 sofort auf Raketen oder Flugzeugen eingesetzt werden könnten. Davon entfielen im Januar 2008 insgesamt 5189 auf Russland und 4075 auf die USA.
  • Die Welt zählte 2009 insgesamt 31 hochgewaltsame Konflikte, d.h. Auseinandersetzungen, die mit massivem Einsatz von organisierter Gewalt geführt werden und nachhaltige Zerstörungen verursachen.

Quellen:

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Boehringer, S.: Der Systemkritiker, in: Süddeutsche Zeitung vom 29.6.2009.

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Cholet, Jérôme: Die schleichende Katastrophe. Artikel online unter: http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/32-33/Titelseite/30783436.html [Stand: 21.8.2010]

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Davis, Mike: Wer wird die Arche bauen?, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 2, 2009, S. 41-59.

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung: Weltbevölkerungsuhr. Online unter: http://www.weltbevoelkerung.de/info-service/weltbevoelkerungsuhr.php?navid=3 [Stand: 30.10.2010]

Felber, Christian: 50 Vorschläge für eine gerechtere Welt, Wien 2006.

Foer, Jonathan Safran: Eating Animals, New York 2009.

Global Footprint Network (Hg.): Ecological Footprint Atlas 2009, Oakland 2009.

Grefe, Christiane/Schumann, Harald: Der globale Countdown, Köln 2008.

Hartmann, Thom: Unser ausgebrannter Planet, 4. Auflage, München 1999.

Heidelberg Institute for International Conflict Research (Hg.): Conflict Barometer 2009, Heidelberg 2009.

International Energy Agency (Hg.): World Energy Outlook 2009, Paris 2009.

Kempf, Hervé: Comment les riches détruisent la planète, Paris 2007.

Kempf, Hervé: Pour sauver la planète, sortez du capitalisme, Paris 2009.

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Leggewie, Claus/Welzer, Harald: Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie, Bonn 2009.

Le monde diplomatique (Hg.): Atlas der Globalisierung, 3. Auflage, Berlin 2009.

Meadows, Donella: Wenn die Welt ein Dorf mit nur 1001 Einwohnern wäre, 2. Auflage, München 2003.

Meißner, Andreas: Mensch, was nun?, Münster 2009.

o.V.: Cochabamba. Weltkonferenz über den Klimawandel und die Rechte der Mutter Erde, S. 20, in: Attac Deutschland/Attac Österreich/Attac Schweiz (Hg.): Sand im Getriebe. Internationaler Rundbrief der Attac-Bewegung, Nr. 83, 2010, S. 18-21.

Stockholm International Peace Research Institute (Hg.): Sipri Yearbook 2008. Armaments, Disarmament and International Security, Stockholm 2008. Online unter: http://yearbook2008.sipri.org/files/SIPRIYB08summary.pdf [Stand: 23.12.2009]

Stockholm International Peace Research Institute (Hg.): Sipri Yearbook 2010, Stockholm 2010.

WWF: Living Planet Report 2008. Online unter: http://assets.panda.org/downloads/living_planet_report_2008.pdf [Stand: 23.12.2009]

WWF: Living Planet Report 2010, Frankfurt am Main 2010.

Ziegler, Jean: Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher, München 2003.

Ziegler, Jean: Das Imperium der Schande, München 2005.

 

Zusammenstellung durch Norbert Nicoll, Attac DG, Daten zuletzt ergänzt und aktualisiert am 30.10.2010.

 

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